Filterleistungs-Rechner
Was wird berechnet?
Aus Länge, Breite und Wasserhöhe entsteht zunächst das Bruttowasservolumen. Für die Umwälzungsorientierung wird dieses Volumen mit einem Faktor kombiniert, der vom gewählten Besatz abhängt. Das Ergebnis ist bewusst eine Spannbreite.
Warum kein exakter Wert?
Ein Filter mit nominell 900 l/h bewegt im eingerichteten Zustand nicht zwangsläufig 900 Liter pro Stunde durch das Aquarium. Filtermedien, Schmutz, Schlauchdurchmesser, Höhendifferenz, Auslass und Regelventile erzeugen Widerstand. Zusätzlich ist „genug Strömung“ ein biologisches und gestalterisches Thema.
Brutto- oder Nettovolumen?
Das geometrische Beckenvolumen enthält auch Bodengrund, Steine, Holz und Luftbereich oberhalb des Wassers. Der tatsächliche Wasserinhalt ist daher geringer. Für eine grobe Filterauswahl ist es sinnvoll, beide Größen im Hinterkopf zu behalten und nicht auf einzelne Liter genau zu optimieren.
Drei Situationen
Moderate Umwälzung kann reichen, wenn Pflanzenmasse, Pflege und Nährstoffeintrag stabil sind.
Ein mittlerer Bereich mit regelbarer Reserve ist meist praktischer als ein knapp dimensioniertes Modell.
Mehr mechanische Filterfläche, Vorfilter und Wartungszugang sind oft wichtiger als nur eine größere Pumpenzahl.
Nächster Schritt
Wenn dein Bereich feststeht, vergleiche konkrete Geräte nach Medienvolumen, Stromaufnahme, Wartung und Einbaumaßen. Für Außenfilter haben wir dafür eine Datenvergleichsseite vorbereitet.
Wie oft soll das Aquarium pro Stunde umgewälzt werden?
Brutto- und Nettovolumen unterscheiden
Ein Aquarium mit 100 × 40 × 50 cm hat geometrisch 200 Liter Bruttovolumen. In der Praxis reduzieren Bodengrund, Steine, Holz, ein nicht vollständig gefüllter Wasserstand und Innenfilter das tatsächliche Wasservolumen. Für die Filterauswahl ist deshalb ein sinnvoll geschätztes Nettovolumen oft realistischer als die Prospektgröße des Beckens.
Warum es keine eine perfekte Umwälzungszahl gibt
Eine pauschale Regel wie „immer fünfmal pro Stunde“ ignoriert Besatz und Beckenstruktur. Ein locker besetztes Pflanzenaquarium kann mit moderater Umwälzung stabil laufen, während ein stark belastetes Becken mehr mechanische Erfassung und Sauerstofftransport braucht. Gleichzeitig können strömungsempfindliche Tiere unter einer zu aggressiven Ausströmung leiden. Unser Rechner gibt deshalb bewusst einen Bereich aus.
Vom Herstellerwert zur realen Leistung
Die maximale Förderleistung einer Pumpe ist kein garantierter Durchfluss im fertig eingerichteten Aquarium. Filtermedien, Schläuche, Höhenunterschied, Winkel und Verschmutzung bremsen den Wasserstrom. Plane daher nicht so knapp, dass das System nur unter idealen Laborbedingungen die gewünschte Umwälzung erreicht.
Rechenbeispiel für ein 200-Liter-Becken
Angenommen, das Aquarium enthält nach Einrichtung ungefähr 170 Liter Wasser und ist normal besetzt. Eine rechnerische Orientierung von etwa dem 3- bis 5-Fachen des Nettovolumens entspräche rund 510 bis 850 l/h tatsächlicher Umwälzung. Der passende Filter kann eine höhere nominelle Pumpenleistung benötigen, weil im Betrieb Verluste entstehen. Diese Zahl ist trotzdem nur ein Startpunkt: Auslass, Filtervolumen und Tierbesatz bleiben Teil der Entscheidung.
Was tun, wenn die berechnete Leistung zu stark wirkt?
Reduziere zuerst die punktuelle Strömung. Ein Düsenrohr, ein breiter Auslass oder eine Ausrichtung entlang der Scheibe verteilt die Energie besser. Bei regelbaren Filtern kann zusätzlich die Pumpenleistung reduziert werden. Mehr Tipps findest du unter Filter zu stark.
Realen Durchfluss grob selbst messen
Wenn der Auslass gut zugänglich ist, kannst du den tatsächlichen Durchfluss näherungsweise messen: Wasser für eine definierte kurze Zeit in einen ausreichend großen Behälter leiten, Volumen messen und auf eine Stunde hochrechnen. Das ist keine Laborprüfung, zeigt aber, ob dein System eher bei 300 oder 700 l/h liegt. Bei Außenfiltern nur durchführen, wenn die temporäre Ableitung sicher und entsprechend der Konstruktion möglich ist.
Typische Verlustquellen
- feine oder zugesetzte Filtermedien
- lange Schläuche und enge Bögen
- verschmutzte Schlauchinnenflächen
- Höhendifferenz zwischen Filter und Aquarium
- verschmutzter Rotor oder Pumpenraum
- Luft im System
Deshalb ist es sinnvoll, vor dem Kauf etwas Reserve einzuplanen, aber nicht blind den stärksten verfügbaren Filter zu wählen.
Umwälzung ist nicht identisch mit Filterqualität
Ein kleiner Filter mit sehr starker Pumpe kann viel Wasser bewegen und trotzdem wenig Medienfläche besitzen. Umgekehrt kann ein großer Medienbehälter mit schwachem Durchfluss Partikel schlecht erfassen. Eine gute Filterauslegung kombiniert ausreichend Wasserbewegung mit sinnvoller Filterfläche.
Besatzprofile als Entscheidungshilfe
Leicht besetztes Pflanzenaquarium: moderate Strömung und gute Verteilung stehen im Vordergrund. Normales Gesellschaftsbecken: ausgewogene Umwälzung und mechanisch-biologische Filterung. Stärker belastetes Becken: mehr mechanische Erfassung, größere Standzeit und leicht zugänglicher Vorfilter werden wichtiger.
Was der Rechner nicht wissen kann
Er kennt weder Fischarten noch Futtermenge, Hardscape, Bodengrund, CO₂-System oder reale Pumpenkennlinie. Das Ergebnis ist deshalb eine Orientierung, kein Freibrief. Nutze es zusammen mit Herstellerangaben und der Beobachtung deines Aquariums.